Diabetes-Katzen

Deine Katze hat Diabetes? Wir helfen.

Felines Asthma
 

Felines Asthma ist eine unheilbare, lebenslange Erkrankung, welches sich unbehandelt akut verschlimmern kann, bis hin zu einer lebensbedrohlichen Atemnot-Krise.
In Anwesenheit einer asthmakranken Katze ist auf Rauchen, der Verwendung von Duftlampen und Sprays (Raumspray, Haarspray usw.) unbedingt zu verzichten.
Viel frische Luft ist ebenso wichtig wie möglichst eine staubfreie Katzenstreu. 

Symptome 

Eine geräuschvolle Atmung und langsames tiefes Einatmen weisen auf eine Erkrankung der oberen Luftwege hin – auch der Luftröhre und der Nase

  • Katze hockt mit abgespreizten Ellbogen und nahe am Boden ausgestrecktem Hals
  • hochgereckter oder lang, flach nach vorne gestrecker Hals und keuchendes
    nach-Luft-Schnappen
  • "Hustenanfälle" die nach Haarballenhervorwürgen aussehen, aber am Ende hörbar Schleim hochgehustet und wieder abgeschluckt wird
  • Lethargie, Kurzatmigkeit, Maulatmung nach Anstrengung


Äussert sich die Erkrankung durch Husten und ggf. Atemnot, spricht man von Erkrankungen der tieferen Atemwege (akute Bronchitis und Pneumonie).
Auch Schleimabhusten und wenig Ausdauer beim Spielen (evtl. Blaufärbung der Schleimhäute) können ein erstes Indiz der Krankheit sein.

Wird eine akute Bronchitis oder Lungenentzündung nicht ausreichend behandelt (z.B. durch geeignetes Antibiotika), kann die Lunge befallen werden und eine chronische Erkrankung daraus enstehen.
Felines Asthma kann ebenfalls durch Allergien ausgelöst werden, die viele Ursachen haben können.

Hustet die Katze nach einer Behandlung mit Antibiotika, meistens verbunden mit der Gabe eines schleimlösenden Medikamentes (z.B. Bisolvon, ACC 100), nach Beendigung der Behandlung (oft mehrere Wochen) immer noch, werden als nächster Schritt im Regelfall Cortisonpräparate verordnet.
Wenn die Katze dadurch symptomfrei wird, muss an felines Asthma gedacht werden.
Zur Diagnose werden auch Röntgenaufnahmen (Darstellung von Donuts und Tramlines), Allergietest (hier herrscht geteilte Meinung) und ggf. eine Bronchoskopie/ Bronchiallavage (BAL) (um Wucherungen oder Fremdkörper auszuschließen und Bestimmung des gewonnenen Materials auf Bakterien und Einzeller und Eosinophile) herangezogen.

Herzkrankheiten müssen durch eine kardiologische Untersuchung ausgeschlossen werden.
Bei hochgradigem Asthma ist oft der rechte Herzmuskel verdickt.
Die Tiere leiden durch das viele "pumpen" wegen der Luftnot an Bluthochdruck.
Eine zusätzliche Einstellung auf einen Beta-Blocker, oder ACE- Hemmer ist in vielen Fällen notwendig.
Parasitenbefall sollte in Betracht gezogen werden, wenn z.B. ein neues Haustier aus Südeuropa einzieht, könnte der Verdacht auf Befall durch den Lungenwurm im Raum stehen.
Im Blutbilde des erkrankten Tieres zeigen sich bei Asthma eine erhöhte Anzahl der Eosinophilen. Akute Verwurmung muss ausgeschlossen sein.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist eine Entzündung zu verringern, dadurch die Schleimproduktion zu dämpfen und somit die Atemwege zu erweitern.

Therapie mit Corticosteroiden (Cortison)

     

Die Gabe von Cortison in Form von Tabletten/ Tropfen oder inhalative Gabe mittels Dosieraerosolspray ist die Haupttherapie des Felinen Asthmas.

Bitte lasst eurem Tier keine Depotspritzen verabreichen.
Hintergrund ist,  dass der Regelkreis für die körpereigene Cortisonproduktion immer dann besonders stark gestört wird, wenn im Blut ein anhaltender gleichmäßiger Cortisonspiegel vorhanden ist, was durch die Injektion einer intramuskulären Depotspritze erfolgt.
Bei einer Behandlung mit Cortison sollte immer die Dosis ermittelt werden, die es dem Tier ermöglicht, beschwerdefrei zu sein, das ist nicht möglich bei der Verabreichung einer Depotspritze. 

Corticosteroide bekämpfen die Entzündung der Luftwege indem sie immunsuppressiv und entzündungshemmend wirken.

Katzen vertragen zwar besser Cortisonpräparate als Menschen in Bezug auf Nebenwirkungen, jedoch kann eine systemische Therapie Diabetes auslösen.
Daher ist, wenn es die Katze zulässt, die inhalative Behandlung mit einem Aerokat die bessere Variante gegenüber der oralen Gabe von Cortison.

Schleimlöser – z.B. Bisolvon können zur Langzeitbehandlung eingesetzt werden, es ist aber möglich, dass dadurch die Wirkung von Antibiotika verstärkt werden kann.
Als zweites Mittel der Wahl kann ebenfalls zur Langzeitbehandlung ACC 100 eingesetzt werden.

Auch der Einsatz von Antihistaminika statt Cortison kann in Betracht gezogen werden.
Darauf näher einzugehen, führt an dieser Stelle zu weit.
Ceterizin ist ein Antihistamin, welches eine allergische Reaktion und Entzündung unterdrückt und nur für leichte Allergien geeignet.
Bei asthmatischem Geschehen kann es als evtl. als Zusatzmedikation eingesetzt werden, aber nicht zur Alleintherapie.

Inhalative Medikamente sind nun aber auch für die Therapie bei der Katze erhältlich. Es handelt sich um die Präparate Flutide (Flixotide), Sultanol und Serevent als Dosieraerosolspray in Verbindung mit dem Aerokat.
Die inhalative Therapie hat den Vorteil, dass die cortisonhaltigen Moleküle, die in die Bronchien durch das Atmen gelangen, so groß sind, dass sie nicht durch die Bronchienwände dringen können.
Das Cortison gelangt nicht in den Blutkreislauf und die Gefahr der Entstehung eines Diabetes wird minimiert.

Bronchodiladatoren (bronchienerweiternde Mittel)

Man unterscheidet in langwirksame und schnellwirksame Bronchienerweiterer.
In einer akuten Krise werden schnellwirksame Medikamente eingesetzt, z.B.

  • Sultanol (als Dosieraerosol-Spray)
  • Solosin Retard Mite/Theophyllin (Tablette)
  • Bricanyl (als Tablette oder Injektion).


Bronchienerweiternde Medikamente werden als Zusatztherapie angewendet, wenn die Haupttherapie aus cortisonhaltigen Medikamenten nicht ausreicht oder nur ein ganz leichtes Asthma vorliegt d.h. wenn an weniger als 2 Tagen/ pro Woche Symptome auftreten, dann kann oft bei Bedarf eine einmalige Gabe genügen.
Bei schwerem Asthma ist ein Bronchodiladator zwingend notwendig, da die Tiere permanent unter akuter Luftnot leiden.
Die Atemwege sind permanent entzündet und verdickt, die Muskulatur der Lunge ist verkrampft und die Bronchialschleimhaut produziert viel Schleim, was zu Hustenanfällen führt.
Das verengt die Atemwege und der Körper wird nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt. Das führt zu Leistungsschwäche und vor allem Atemnot.

Wie wird inhaliert? 

Die Katze ist langsam und mit viel Geduld an das Inhalieren zu gewöhnen.
Bei einer geht es schnell, andere brauchen etwas länger.
Belohnung durch Lob und Leckerli sind dabei wie bereits beim Messen des Blutzuckers, die Hilfe schlechthin um ein Ritual für die Katze daraus zu machen.

Anfangs habe ich mich zum Inhalieren mit meiner Anni auf den Boden gesetzt und sie zwischen meine Beine genommen, damit sie nicht nach hinten entweichen konnte. Mittlerweile klappt das an jedem beliebigen Ort.

Das Spray wird auf einen so genannten Spacer (Vorschaltkammer wie für das Inhalieren mit Kleinkindern) gesteckt und die Katze kann mittels einer Gummimaske das Medikament inhalieren. 

Geeignete Spacer sind
AeroKat oder RC-Animal-Chamber

Das Medikament sollte 7 bis 12 Atemzüge lang eingeatmet werden.
Bewährt hat sich eine zweimal tägliche Inhalation.
Jedoch ist die optimale Dosierung für jede Katze individuell.
Durch das Luftsegel lassen sich gut die Atemzüge kontrollieren, aber auch ohne diese Hilfe kann man sehen ob sich der Brustkorb der Katze hebt und senkt.
Katzen können auch die Luft anhalten, also gut aufpassen.

Dosierspray schütteln, einsetzen und der Katze die Maske aufsetzen, so dass Nase und Mäulchen umschlossen werden.
Das Einsprühen in die Kammer (auch Hub genannt) kann vor dem Aufsetzen der Maske erfolgen (das aber dann sehr zügig vonstatten gehen muss), oder wenn die Katze die Maske bereits auf hat, allerdings kann das kleine Zischgeräusch die Katze die Katze anfangs irritieren.
Nach dem Inhalieren wird der Katze Mäulchen und Nase mit einem feuchten Tuch abgewischt und Trinken angeboten, um Pulverrückstände zu beseitigen.
Die Reinigung des Spacers ist einfach, da sich das Gerät da sich das Gerät auseinander nehmen lässt.

Orale Gabe von Cortison 

Einige Tiere lassen sich die inhalative Prozedur nicht gefallen.
Dann bleibt nur noch die orale Gabe von Cortison (meist Prednisolon).
Natürlich birgt das Gefahren wie die Erkrankung an Diabetes, aber bevor das Tier erstickt, gibt es keine andere Alternative.
Die Verabreichung des Medikamentes erfolgt in den frühen Morgenstunden, da dies dem normalen körpereigenen Tagesrhythmus für Cortison entspricht. Normalerweise beginnt im Körper die Produktion von Cortison in der Nebennierenrinde in den frühen Morgenstunden, etwa gegen 4.00 Uhr, und erreicht zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr morgens seinen Spitzenwert im Tagesverlauf. Abends gegen 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr ist der Cortisonspiegel im Blut üblicherweise am niedrigsten.


Begonnen wird mit einer Einstiegsdosis von 1mg/kg Körpergewicht.

Danach wird schrittweise nach genauem Vorgehen reduziert.
Ziel ist die Ermittlung der niedrigsten Dosis, mit welcher es dem Tier möglich ist, anfallsfrei/ symptomfrei zu bleiben.
Die niedrigste Dosis ist die Verabreichung von 1mg Cortison täglich.
Diese sollte nicht unterschritten werden, um die körpereigen Produktion von Cortison in der Nebennierenrinde nicht zu unterdrücken. Dieses würde zu einer Störung eines komplizierten Regelkreises führen

Durch das externe Zuführen von Cortison über einen längeren Zeitraum bildet sich die Nebennierenrinde langsam zurück und damit auch die körpereigene Cortisonproduktion.
Cortison darf niemals schlagartig abgesetzt werden, sondern muss ausgeschlichen werden.
Durch das Ausschleichen des Medikamentes wird die körpereigne Produktion langsam wieder ‚hochgefahren’.
Ein sofortiges Absetzen kann fatale Auswirkungen, wie z.B. Herzrhytmusstörungen haben.


Weiterführende Informationen

Fritzthebrave.com 


Verfasser: Petra; Natascha 2013