Diabetes-Katzen

Deine Katze hat Diabetes? Wir helfen.

Ernährung und Futtermanagement

 

Ernährung und Futtermanagement sind ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung deiner Katze.

Viele Stubentiger werden leider nur mit Trockenfutter gefüttert und durch die Futtermittelindustrie wird suggeriert, dass es sich dabei um hochwertige Tiernahrung handelt.
Alleine beim Lesen der Inhaltsstoffe sollten jedem Menschen Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussagen kommen.
Auch in industriell hergestelltes NassFutter wird munter untergemischt, was Katzen eigentlich nicht fressen würden, dazu ein leckerer Cocktail aus Geschmacksverstärkern und schon stürzt sich die Mieze drauf.

 


Katzen sind Carnivoren, also Fleischfresser.
Darauf ist ihr Verdauungssystem ausgerichtet und  dem solltest du Rechnung tragen.
Bitte füttere kein Trockenfutter, auch nicht das vom Tierarzt verordnete Diabetikertrockenfutter von z. B. Royal Canin, sondern Nassfutter mit geringem Kohlenhydratanteil (unter 10% KH in der Trockenmasse) OHNE Getreide und OHNE Zucker.
Es gibt eine Vielzahl diabetikergeeignete Futtersorten auch für den schmalen Geldbeutel.
Auf www.pfoetchenbasar.de findest du wertvolle Hinweise.

Sollte deine Katze ein Trockenfutterjunkie sein, dann versuche bitte eine Umstellung auf Nassfutter.
Bitte beachten, eine diabetische Katze darf niemals hungern, sollte deine Katze kein Nassfutter akzeptieren, dann darf sie ihr gewohntes Futter natürlich weiter fressen und es sollte eine vorsichtige Umstellung versucht werden.
Das ist sicherlich in vielen Fällen ein schwieriges Unterfangen, aber nichts ist unmöglich.
Manchmal ist alleine eine Futterumstellung ausreichend, dass sich die Blutzuckerwerte wieder normalisieren und kein Insulin mehr gespritzt werden muss.

Futtermanagement  

Bei Behandlung mit den Langzeitinsulinen  (LZI) Lantus oder Levemir muss deine Katze mehr als nur 2 große Portionen zu fressen bekommen.
Dabei hat sich das Füttern von mehreren kleineren Portionen (6-8) über 24 Stunden verteilt, bewährt.
Das heisst, dass du deiner Katze auch nachts entsprechend Futter zur Verfügung stellen musst.
Dem natürlichen Fressverhalten und der Insulinverwertung kommt diese Vorgehensweise  weitaus besser entgegen.
Bei Katzen, die sich ihr Futter 'selbst einteilen' können, kann das Futter auch zur freien Verfügung gestellt werden.
Hilfreich kann der Einsatz eines Futterautomaten sein.
Wie genau du das Futter für deine Katze einteilst, wirst du selbst ausprobieren müssen.

Diabetische Katzen, deren Blutzucker noch nicht eingestellt ist und die sehr hohe Blutzuckerwerte haben, haben in der Regel Heisshunger.
Futtermengen von 800 Gramm und mehr sind nicht ungewöhnlich.
Der Grund dafür ist, dass die Glucose zwar im Blut ist, aber nicht verwertet werden kann.
Eine diabetische Katze, die nicht mit Insulin behandelt wird, kann bildlich gesprochen, vor dem gefüllten Napf verhungern.
Also bitte hier nicht reglementieren und die Futtermenge reduzieren, sondern die Insulindosis entsprechend anpassen.
Mit der Senkung der Blutzuckerwerte, wird deine Katze auch entsprechend weniger fressen und eine Anpassung der Insulindosis wird erforderlich sein.

Bitte verabreiche deiner Katze kein Insulin, bevor sie gefressen hat.

2 bis 3 Stunden vor der nächsten Spritze sollte die Katze nicht mehr gefüttert werden, die Insulinwirkung nimmt im Normalfall schon ab und die Blutzuckerwerte wären zur Spritzzeit erhöht (Futterwert).  

Die Reihenfolge ist IMMER
Blutzucker testen - Füttern - Spritzen
   

Wichtige Hinweise 

Sollte deine Katze weniger fressen als gewohnt oder die Nahrung verweigern, sich erbrechen oder unter Durchfall leiden, ist genau abzuwägen, ob die Insulindosis reduziert wird, oder kein Insulin gespritzt wird.
Den Ursachen muss immer auf den Grund gegangen werden, Nahrungsverweigerung ist für eine diabetische Katze gefährlich.
Durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren kann in kurzer Zeit eine Ketoazidose entstehen.
Das bedeutet Lebensgefahr für deine Katze! 

 

Verfasser: Petra/Momo; Marlies
Januar 2014