Diabetes-Katzen

Deine Katze hat Diabetes? Wir helfen.

Harnwegsinfekt

Diabetische Katzen leiden oft unter einem Harnwegsinfekt.
Bei hohen Blutzuckerwerten geht auch Zucker in den Urin über, der das Wachstum von Bakterien begünstigt.

Symptome hierfür können sein:

  • Blut im Urin
  • die Katze sucht öfter als üblich die Katzentoilette zum Urin absetzen auf
  • die Katze versucht krampfhaft, Urin abzusetzen und kann dabei vor Schmerzen aufschreiend
  • die Katze putzt verstärkt ihr Hinterteil bzw. Kater die Penisgegend
  • eine normalerweise stubenreine Katze wird unsauber

Es gibt aber auch Katzen die einen Harnwegsinfekt haben, ohne dass sie eine der vorgenannten Symptome zeigen.

Harnwegsinfekte können einen großen Einfluss auf die Blutzuckerwerte haben.

Wenn man den Verdacht hat, dass die Katze einen HWI hat, kann man einen Schnelltest mit Urinsticks (online zu bestellen oder aus der Apotheke, z.B. Meditrol 10 + LEUKO) zu Hause durchführen.

Bei Katzen verfärbt sich meistens das Feld „Leukozyten“ ohne eine Ursache.

Wenn jedoch die Felder Erythrozyten (Blut), Nitrit und/oder Proteine eine Verfärbung anzeigen, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Katze einen HWI hat.

Aber auch wenn keine der Felder eine Verfärbung anzeigen, kann ein HWI bei der Katze vorliegen.
Aufgrund dessen sollte der Tierarzt immer eine umfangreiche Urinuntersuchung veranlassen.  

 

Was muss alles untersucht werden?  

  1. Bakteriologische Untersuchung
    Nur anhand einer bakteriologischen Untersuchung  kann man feststellen, ob Bakterien vorhanden sind. Sollten im Labor Bakterien im Urin der Katze nachgewiesen werden, dann wird ein sogenanntes Antibiogramm erstellt um festzustellen, welches Antibiotika zur Behandlung verwendet werden kann.
  2. Spezifisches Gewicht (SG)
    Mit diesem Wert wird die Konzentrationsfähigkeit der Nieren gemessen. Je höher das spezifische Gewicht, desto konzentrierter der Urin (gesunde Werte bei Katzen 1035-1060). Gründe für verdünnten Urin (geringe Konzentrationsfähigkeit) können neben schlecht funktionierenden Nieren (CNI), auch IBD, SDÜ und ein schlecht eingestellter Diabetes sein.
    SG sollte mit einem Refraktometer bestimmt werden, mit Teststreifen ist es zu ungenau. Das SG kann aber auch durch z.B. erhöhte Protein-Mengen steigen.
    Das kann zu falscher Beurteilung der Nierenfunktion führen und sollte deshalb mit den Werten unter Punkt 2 beurteilt werden.
  3. Bestimmung weiterer Werte mittels Teststreifen
    Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass unter gewissen Umständen falsch negative oder falsch positive Ergebnisse gemessen werden.

    Wert            optimales Ergebnis Katze

    pH                     6,0 bis 6,5
    Ketone              negativ
    Protein              negativ
    Glukose             negativ
    Blut                    negativ
    Hämoglobin       negativ
    Urobilinogen      negativ
    Bilirubin              negativ
    Nitrit                  negativ
    Leukozyten        negativ

  4. Untersuchung des Harnsedimentes (lat. sedimentum =Bodensatz)
    Eine weitere Untersuchung ist eine mikroskopische Untersuchung des sogenannten Harnsediments. Dazu werden die festen Bestandteile des Harns (Zellen, Kristalle usw.) mit Hilfe einer Zentrifuge gewonnen und mikroskopiert.
    Dabei wird unterschieden in nicht-organisierten Urinsediment (Kristalle) und
    organisierten Urinsediment (Bakterien, Leukozyten, Erythrozyten, Urinzylinder, Epithelzellen).
    Hinweise auf bestimmte Erkrankungen der harnableitenden Organe (Harnblase, Harnleiter) oder Erkrankungen der Nieren, können durch bestimmte nicht-lösliche Bestandteile im Urinsediment nachgewiesen werden.
  5. U-P/C Test (Protein/Kreatinin-Quotient im Spontanurin)
    Mit diesem wird der sogenannte Urin-Proteinverlust bestimmt.
    Einfach gesagt, lässt sich anhand dieses Testes eine Proteinurie (Eiweiß im Harn) nachweisen und man könnte erkennen ob ein erhöhtes Risiko für eine CNI vorliegt.
  6. In Zweifelsfällen können zusätzlich Blutuntersuchungen sowie Röntgen und Ultraschall eingesetzt werden. (Quelle: www.enpevet.de)


 

Informationen zur Uringewinnung  

Das heikle Thema 'Pipiprobe' haben wir separat beschrieben.
Uringewinnung   

 

Behandlung des Harnwegsinfektes

Bakterielle Harnwegsinfektionen (auch mit dem Nachweis einer geringen Keimzahl) werden mit Antibiotika behandelt.
Die Behandlung erfolgt über einen Zeitraum von 14 Tagen.

Bei Miezen, die keinerlei Symptome zeigen, wartet man in der Regel das  Ergebnis des Antibiogramms bis zum Behandlungsbeginn ab, um dann ganz gezielt das richtige Präparat auszuwählen.

Bei Katzen, die deutliche Symptome zeigen, sollte sofort mit der Therapie begonnen werden. Zum Einsatz kommen sogenannte Breitbandantibiotika.
Nach Vorlage des Antibiogramms kann es notwendig sein, auf ein anderes Präparat umzustellen, da das verordnete Medikament unwirksam war.


Wichtiger Hinweis!

Lasse deiner Katze niemals das Langzeitantibiotika Convenia spritzen.
Es mag sehr bequem sein, wenn die Katze nur eine Spritze bekommt, aber sollte es zu Unverträglichkeiten kommen, dann wird deine Katze über die gesamte Wirkungsdauer darunter leiden.
Ausserdem kann nicht auf ein anderes AB gewechselt werden.
Sollte deine Katze unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, oder Schmerzmedikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika (z.B. Metacam) erhalten, dann darf Convenia nicht verwendet werden.

Eine Kontrolle des Behandlungserfolges sollte unbedingt stattfinden, d.h., nach Beendung der Antibiose muss eine erneute bakteriologische Untersuchung erfolgen und ein Antibiogramm erstellt werden.
Die Behandlung eines Harnwegsinfektes kann eine langwierige Angelegenheit sein, aber ohne Therapie wird die Einstellung des Diabetes nur unzureichend möglich sein.

Leider gibt es auch immer wieder Aussagen von Tierärzten, dass erst der Diabetes eingestellt werden muss, bevor der HWI behandelt werden kann.
Diese Aussage ist schlichtweg falsch.

Bestehe also auf einer umfangreichen Untersuchung und Behandlung. 



Verfasser: Petra mit Momo; Birgit mit Kimba; Marlies
Dezember 2013