Diabetes-Katzen

Deine Katze hat Diabetes? Wir helfen.

Hometesting
Wie messe ich bei meiner Katze den Blutzucker?

Das Hometesting ist, sobald man Fremdinsulin spritzt, nicht wegzudenken.
Du musst dir bewusst darüber sein, dass du mit dem Leben deiner Katze spielst, wenn du Insulin spritzt ohne vorher zu messen!
Ein menschlicher Diabetiker würde sich niemals Insulin spritzen ohne vorher den Blutzucker zu messen.

Auch wenn manche Tierärzte das Hometesting für überflüssig halten oder aber gar meinen, es reicht wochenweise oder sogar nur einmal im Monat aus, den Blutzucker in der Tierarztpraxis zu kontrollieren, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass auf die Kontrolle des Blutzuckers in der Tierarztpraxis verzichtet werden kann, da die Katze in der Tierarztpraxis Stress ausgesetzt ist und es dadurch zu erhöhten und damit verfälschten Blutzuckerwerten kommen kann.
Auch die Einstellung der Katze wird nur mit Hometesting gelingen.
Die Anzahl der beim Tierarzt durchgeführten Messungen sind nicht ausreichend und wie schon erläutert- aufgrund des der Katze in der Praxis ausgesetzten Stresses verfälscht. Dadurch ist eine kompetente Dosisempfehlung nicht möglich, wird aber leider oft noch in vielen Tierarztpraxen so gehandhabt.    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Anfänger haben anfangs damit große Probleme, weil manche Katzen das Messen nicht gleich von Anfang an mit geübter Gelassenheit über sich ergehen lassen und natürlich die Hemmung da ist, der Katze in das Ohr zu pieken um einen Tropfen Blut zu bekommen.
Manchmal kommt die Frage, ob man nicht auch aus den Pfotenballen Blut nehmen kann. Hier sei der Hinweis erlaubt, dass durch den Pfotenballen viele Nerven laufen, die die Blutentnahme dort für die Katze schmerzhaft macht.
Auch ist dort viel Hornhaut, die den Einstich schwerer macht.
Und nicht zu vergessen ist, dass die Pfoten den Boden berühren und daher viel schneller Keime in den Einstich gelangen könnten.
Das Ohr ist daher die geeignete und empfohlene Stelle, ohne Stress und Schmerz für die Katze an „den roten Saft“ zu gelangen.  

Dazu kommt, dass nicht jede Katze gleich ist.
Es gibt selbstbewusste Katzen, die auch mal die Krallen zeigen, sensible und scheue Katzen, die sich nach Messversuchen erst einmal unter der Couch oder dem Bett verstecken und natürlich die leicht zu handelnden Katzen, die eigentlich fast alles mit sich machen lassen.

Aber: Bisher hat es jeder geschafft, das Hometesting durchzuführen.
Bei dem einen geht es schneller und bei dem anderen dauert es eben ein wenig länger.

Mache das Hometesting und spritzen zu einem Ritual und benutze einen 'Mess- und Spritzplatz', deine Katze wird sich innerhalb kurzer Zeit daran gewöhnen und bald pünktlich und von ganz alleine zum Messen erscheinen.

Eine kleine Anleitung 

Die für das Hometesting benötigten Sachen legt man griffbereit an den Messplatz.
Dann setzt man die Katze auf den Messplatz, spricht beruhigend mit ihr, streichelt sie und gibt ihr ein Leckerchen.
Wenn die Katze den Platz vorzeitig verlässt, bitte dasselbe Vorgehen noch einmal wiederholen.

Es ist einfacher, einen Blutstropfen aus einem erwärmten Ohr zu bekommen. Das Ohr erwärmst du entweder durch Anhauchen des Ohres, leichtes Massieren des Ohres oder indem du eine warme Reissocke (in der Mikrowelle erwärmt) an das Katzenohr hältst. Vergiss nicht der Katze für jeden Schritt ein Leckerchen zu geben. Am besten du machst erst ein paar Mal diese Trockenübungen, damit du und die Katze sich an die Prozedur gewöhnen. Viel dabei streicheln, gut zureden und Leckerchen geben.  

Nun geht es darum, direkt mit der Lanzette oder der Stechhilfe aus dem Ohrrand der Katze einen kleinen Blutstropfen zu bekommen.
Wenn du Hemmungen hast, probiere es zuerst an deinem Finger aus.
Du wirst sehen, es tut nicht weh. Genauso ist es bei der Katze.
Hinweis: Wenn du eine Stechhilfe benutzt, solltest du erst ohne Lanzette üben, denn
viele Katzen fürchten sich erstmals vor dem Klicken der Stechhilfe, erschrecken daher und könnten flüchten.

Für die Messung lege dein Glucometer griffbereit in die Nähe, am besten schon mit einem eingeführten, aber noch nicht eingerastetem Sensor. (Lege vorsorglich die Dose mit den Sensoren auch griffbereit dazu, denn manchmal kann es sein, dass eine Fehlermeldung im Display des Glucometers erscheint, und dann muss schnell der Sensor gewechselt werden. Wenn man erst aufstehen muss und z.B. in die Küche gehen muss, wird die Katze in der Zeit eventuell den Messplatz verlassen.

Um deine Finger zu schützen, legst du ein Wattepad o.ä. hinter das Ohr und stichst mit der Lanzette oder der Stechhilfe zwischen Ohrrand und Ohrvene.
Eine untergehaltene Taschenlampe hilft bei dunklem Fell an den Ohren bei der ersten Orientierung. Anfangs kann man auch die Haare an den Ohren etwas ausrasieren, um die Vene besser zu sehen.
Und solltest du das Ohr  versehentlich einmal ganz durchstechen, ist das überhaupt kein Problem. Ein solcher Durchstich heilt ebenso schnell wie jeder andere.

Wichtig ist, jeden Stechversuch mit einem Leckerchen zu belohnen, auch wenn noch kein Erfolg zu verzeichnen ist. Sobald die Versuche von Erfolg gekrönt sind und ein Blutstropfen ergattert werden konnte, muss man den Sensor komplett in das Glucometer einschieben und an den Blutstropfen halten.
Bitte drücke dann kurz mit einem Zewa oder einem Wattepad die Stichstelle im Ohr kurz ab (bis kein Blut mehr kommt), um Hämatome zu vermeiden.
Das Glucometer misst nun den Blutzucker und du darfst deine Katze loben und zum Abschluss noch ein Leckerchen geben. 

 

Verfasser: Birgit mit Kimba; Marlies  Dezember 2013