Diabetes-Katzen

Deine Katze hat Diabetes? Wir helfen.

Momis Diabetes Geschichte

 

Ich habe mich entschlossen an dieser Stelle die Geschichte über die  Diabetes-Erkrankung meines Katers Momo zu erzählen.
Bei ihm wurde der Diabetes höchstwahrscheinlich durch eine Cortison-Depot-Spritze ausgelöst (zu der Erkenntnis gelangte ich aber erst später).

    



 

   

Aber von Anfang an.  

Da mein Momo schon immer gerne gefuttert hat,  machte ich mir keine Gedanken, dass er in letzter Zeit immer verfressener wurde.
Mir fiel jedoch nach einer Weile auf, dass er auch eine große Menge trank und fast nur noch rumlag. Und da ich alle 4 Wochen das Gewicht meiner Katzen kontrolliere, stieg ich also mit meinem Kater auf dem Arm auf die Waage. Diese zeigte weniger an. Und da mir meine Hosen nicht zu weit wurden, konnte das nur eins bedeuten:
Er hat abgenommen (600g). In diesem Augenblick schrillten sämtliche Alarmglocken in mir.  

Meine sofortige Handlung war ein Anruf bei meinem TA und kurze Zeit darauf standen wir auch schon in dessen Behandlungszimmer.
Nach einer eingehenden Untersuchung und meiner Schilderung wurde Momi sofort Blut abgenommen und an Ort und Stelle im eigenen Labor die ersten Werte bestimmt. Für weitere Werte wurde Blut an ein großes Labor geschickt. Der erste erschreckende Wert war Glucose 431 mg/dl. Das war wie ein Schlag ins Gesicht – mein Kater hat Diabetes. Der Laborbefund der eingeschickten Blutprobe lieferte ein paar Tage später die Erkenntnis: Fructosaminwert  602 (unter 390 ist normal).
Das war am 16.09.2010.  

Da stand ich nun und folgte wie im Nebel den Ausführungen meines Tierarztes.
Es gingen mir alle möglichen Gedanken im Kopf rum – wie – warum ausgerechnet mein Kater, ist das jetzt das Ende?
Dann stand ich mit einer Ampulle Insulin (Caninsulin) und ein paar Spritzen wieder in meiner Wohnung und war immer noch wie vor den Kopf gestoßen.
Ich hatte nur behalten – jetzt musste ich 2 x am Tag zu einer bestimmten Uhrzeit eine bestimmte Menge spritzen.
Also tat ich das an diesem Abend. 

Meine Nacht verbrachte ich mit grübeln. Von meiner Schwester weiß ich (sie ist auch Diabetiker) dass sie den Blutzucker misst und dann ihre zu spritzende Dosis anpasst um nicht in Unterzucker (Hypoglykämie) zu fallen. Die logische Schlussfolgerung war für mich – das kann doch bei Tieren nicht anders sein.
Also besorgte ich mir am nächsten Tag ein Blutzuckermeßgerät, die dazugehörenden Teststreifen und Stechhilfen (Lanzetten) und fing mit dem Hometesting an.
(am Katzenohr geht es gut ein Tröpfchen Blut zu bekommen) Im Internet begann ich mich schlau zu machen über Diabetes bei Tieren.
Ich fand eine Seite wo der Umgang mit dem mir zur Verfügung stehenden Insulin beschrieben wurde. Also versuchte ich die Dosierung an die Werte anzupassen. Gleichzeitig kaufte ich spezielles Diabetikerfutter. (später wusste ich – es ist völlig ungeeignet – da es zu viel Kohlehydrate enthält was den Blutzuckerwert hochtreibt)
Jetzt hoffte ich, dass die Werte besser würden. Das war jedoch nicht der Fall.  Noch dazu hatte er schon wieder 200g abgenommen.  

Und da ich ein Mensch bin, der nicht so schnell aufgibt suchte ich weiter im Internet nach Hilfe. Der absolute Glücksgriff war für mich der Fund einer Geschichte über eine Katze mit Diabetes. Es hat mich so fasziniert und darin bestärkt, das das von mir zu diesem Zeitpunkt verwendete Insulin kontraindiziert für meinen Kater ist. Denn er ist ein absoluter Häppchenfresser und sollte nun plötzlich nur noch 2 Mahlzeiten am Tag bekommen – das funktioniert nicht.
Ich habe gar nicht lange überlegt und mich in dem Forum angemeldet.  

Dort habe ich stundenlang gelesen, gelesen und gelesen.
Das Basiswissen für die Einstellung mit Lantus, Erfahrungsberichte, Tabellen anderer Forenmitglieder studiert, die es geschafft hatten ihre Katze mit einem Insulinwechsel zu einem Langzeitinsulin (LZI) in Remission zu bringen, und den Mut und die Engelsgeduld bewundert mit der anderen Katzenbesitzern mit Rat und Zuspruch und Wissen geholfen wird.  

Ebenfalls habe ich dort viel über die richtige Ernährung vor allem bei Diabetes gelernt. Also habe ich angefangen das Futter komplett auf getreidefreies, kohlehydratarmes Nassfutter umzustellen. 

Auch habe ich gelesen, dass Diabetes durch Cortison ausgelöst werden kann. Sofort ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los – mein Momi hatte im März/April eine Cortison-Depot-Spritze bekommen weil er sich ständig gejuckt und gekratzt hatte. Damals schlossen wir auf eine Allergie, da alle anderen Befunde negativ waren.  

In den darauffolgenden Tagen spielten Momis Werte jedoch total verrückt und fuhren Achterbahn. Und da ich Angst vor einer möglichen Ketoazidose bei schlechten Werten hatte – entschloss ich mich mit Hilfe gleich von mir aus auf das andere Insulin zu wechseln. Ich stellte das Insulin auf Lantus um.  

Am 8. Oktober begann ich die Umstellung auf Lantus. Ich war sehr aufgeregt. Die ersten Tage war es noch ein ziemliches Auf und Ab mit den Werten – doch es wurde zusehends besser. Bereits am 6.Tag unter Lantus hatte mein Momi den ersten Wert im physiologischen Bereich. Und hätte er nicht zwischendurch immer mal böses Trockenfutter mopsen können (meine Mädels lassen sich nicht so schnell auf anderes Futter umstellen) wären seine Werte insgesamt vielleicht schon eher in einem gesunden nierenschonenden Bereich gewesen, damit sich auch die Bauchspeicheldrüse erholen kann. Doch ab dem 27.10. ging es rapide bergauf. Die Werte wurden immer besser – gleichzeitig nahm der Insulinbedarf immer mehr ab. Mein Momi war viel besser drauf- er spielte und war wieder aufmerksam. Ich merkte deutlich – es ging ihm viel besser.

Und dann kamen ab dem 30.10. die ersten Werte unter 50mg/dl.
Man bekommt erstmal einen tüchtigen Schreck bei den niedrigen Werten und füttert hoch weil ja im Hinterkopf immer eine drohende Hypoglykämie schwebt.
Dadurch hat man zwar manch schlaflose Nacht – aber es lohnt sich. Gleichzeitig sind die Werte unter 50 aber ein Anlass wieder das Insulin zu reduzieren. Das erfolgte noch 2-mal an den darauffolgenden Tagen, so dass ich am 3.11. nur noch einen Touch (d.h. eine Insulinmenge nicht mal Stecknadelkopfgroß) gab.
Ab dem 4.11. bekam er kein Insulin mehr und seine Werte blieben in den folgenden Tagen immer im grünen Bereich. Denn nach 14 Tagen ohne Insulinbedarf spricht man von Remission.  

Mein Kater hatte es geschafft – er war ab dem 18.11.2010 offiziell im Honeymoon.
Nach nur 27 Tagen unter Lantus-Gabe. Auch bis heute sind seine Werte vorbildlich.  

Er wird nie wieder ungeeignetes Futter bekommen.
Denn auf den Punkt gebracht: keine Katze sitzt auf dem Feld und frisst Getreide – Katzen sind Fleischfresser.
Ja und zu Cortison habe ich jetzt ein absolut gespaltenes Verhältnis – das kommt für mich und meine Tiere nur noch in Frage bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder wenn alle anderen Medikamente versagen.

Mit diesem Bericht möchte ich anderen Katzenbesitzern, deren Tiere auch Diabetes haben,  Mut machen – setzt Euch mit der Krankheit auseinander und holt Euch Hilfe.  

Dieser Bericht spiegelt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen wieder