Diabetes-Katzen

Deine Katze hat Diabetes? Wir helfen.

Nikis Diabetes Geschichte

Niki kam in unser Haus, da war sie noch eine klitzekleine Babykatze, geboren wurde sie auf einem Bauerhof irgendwann im Februar 1996.
Ich erinnere mich noch wie heute an dieses kleine plüschige Handvoll Katze.
Sie war immer sehr eigenwillig und hat ihr Leben als Freigänger genossen.

Ausser ein paar kleineren Blessuren war sie nie krank, den Tierarzt haben wir nur aufgesucht, wenn mal wieder der Impftermin anstand.
Dabei wurde natürlich auch geguckt, ob alles soweit ok ist.  

 

Wir haben uns nie viel Gedanken z.B. über Ernährung gemacht.
Ihr Lieblingsfutter war Trockenfutter von Royal Canin, das war kein Billigmampf und ich war immer der Überzeugung, dass ich das Beste für meine Maus ausgesucht habe.
Ziemlich am Ende des Jahres 2009 fiel mir auf, dass sie sich irgendwie eigenartig verhielt, sie guckte immer so abwesend und frass auf einmal mehr wie gewohnt.
Ich habe dem ganzen nicht soviel Bedeutung beigemessen, schliesslich war sie ja schon eine ältere Dame.
Im Januar hatten wir dann ziemlich kaltes Wetter und Niki hat notgedrungen das Katzenklo benutzt.... alles war komplett überschwemmt.
Ich war so erschrocken, dass ich sofort einen Tierarzttermin ausgemacht habe.
Die Tierärztin hat ein Blutbild gemacht und ein paar Tage später hat sie mir mitgeteilt, es würde ihr sehr leid tun, aber Niki hätte Diabetes (Fruktosamin lag bei 834).
Ich war wie vor den Kopf geschlagen und wusste nicht, muss sie nun sterben oder kann man da was machen?
Meine TÄ erklärte mir, dass man es versuchen kann, zuerst muss sie mal Diabetikerfutter fressen und dann würde man weitersehen. Ich sollte dann zur Kontrolle wieder in die Praxis kommen.
Also Diabetikerfutter gekauft, welches prompt verweigert wurde.
Niki ging es immer schlechter, also wieder zum Tierarzt.
Dann müsse man jetzt Insulin spritzen...ich hatte Angst und war verunsichert, meine erster Gedanke war, das kann ich nicht.
Ich musste sozusagen über meinen Schatten springen.

Begonnen haben wir am 22.01. mit 6IE Insumanbasal, ab dem 04.02. habe ich 10IE gespritzt und alles ohne Hometesting.
Zum BZ messen bin ich in die Praxis gefahren.

29.01.   428 mg/dl
01.02.   584 mg/dl
04.02. >600 mg/dl
08.02.   207 mg/dl

Ich wusste nur, dass das verdammt schlechte Werte sind, Nikis Zustand wurde immer schlechter.
Am 09.02. habe ich sie dann wieder in die TA Praxis gebracht, Niki sollte jetzt mit Caninsulin behandelt werden.
Sie hat dort 3 Tage verbracht um den Blutzucker einzustellen.
Nach den drei Tagen hieß es, Niki benötigt 3IE Caninsulin zweimal täglich, eventuell sogar 4IE. Die in der Praxis gemessenen Werte lagen zwischen 600 und 114.....und sie wäre jetzt gut eingestellt. Zu sagen wäre noch, dass Niki nur noch 2,8 kg gewogen hat.
Da die Werte so schwanken, wäre es eventuell erforderlich im Abstand von 8 Stunden zu spritzen.
In der Zwischenzeit hatte ich ein wenig recherchiert und was von Hometesting und Harnwegsinfektionen im Zusammenhang mit Diabetes gelesen.
Auf meine Frage, was denn damit wäre war die Antwort, das würde nicht funktionieren und die Katze hat nix an der Blase.
Richtige Insulinspritzen habe ich übrigens auch nicht bekommen, sondern musste mit ml rumjonglieren.

Ich habe dann meine Katze eingepackt und bin mit ihr nach Hause gefahren, soviel geheult habe ich selten.
Und es ging ihr dann zu Hause auch immer schlechter, sie wollte nicht fressen und lag nur noch apathisch rum, ich habe mit dem Gedanken gespielt, sie zu erlösen.
Im Internet bin ich auf ein Forum gestoßen, in dem über die Behandlung des Diabetes mit Lantus oder Levemir gesprochen wurde.
Ich habe dann eine TA Praxis gefunden, die sich auf Diabetes spezialisiert hat und einen Hausbesuch vereinbart.
Niki wurde gründlich untersucht, es wurde Blut abgenommen und Urin mittels einer Blasenpunktion.
Uns wurde alles ganz genau erklärt, was ist Diabetes, was ist Unterzucker, was sind Ketone und uns wurde gezeigt, wie man Hometesting macht, welche Spritzen man benutzt.
Wir bekamen Infos zum Futtermanagement und noch vieles mehr.
Dann wurde noch am selben Abend auf das Insulin Levemir umgestellt.
Ich musste von da an alle vier Stunden den BZ messen, auch nachts.
Das Ergebnis der Urinuntersuchung war auch nochmal ein Highlight, Niki hatte eine massive Harnwegsinfektion, die über einen ziemlich langen Zeitraum behandelt werden musste.
Ich war entsetzt, zumal ich ja bei 'meiner' TÄ nachgefragt hatte.

Niki ging es etwas besser, aber die Blutzuckerwerte waren immer noch sehr hoch.
Bei der Dosierung bin ich immer der Empfehlung der TA Praxis gefolgt.

Ich habe mich dann intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und nach vielem Überlegen in einem Forum angemeldet, wo Katzen auf physiologische Werte eingestellt werden.
Alles was ich an Informationen gelesen hatte, erschien mir auf einmal logisch.
Ich habe dann beschlossen, noch einmal das Insulin zu wechseln und es mit Lantus zu versuchen.
Im Forum habe ich ganz viel Unterstützung bekommen und viele wahnsinig hilfsbereite Menschen kennengelernt.
Es war ein auf und ab, meine Angst vor einer Unterzuckerung saß sehr tief.
Die Werte waren auch nicht wirklich gut und irgendwann waren Ketone da.
So konnte es nicht weiter gehen, also habe ich mich an das verwendetet Protokoll gehalten und die Werte wurden von Tag zu Tag besser.
Niki ging es deutlich besser, sie nahm wieder zu, fraß keine Monsterportionen mehr.

Und was ich niemals für möglich gehalten hätte, ist eingetreten, im September ist Niki in Remission gegangen. Das war einer der glücklichsten Tage, die ich erlebt habe
Ihre Blutzuckerwerte lagen in dieser Zeit zwischen 60 bis maximal 150 mg/dl, hatte sie mal höhere Werte, dann habe ich sie mit ein bisschen Insulin unterstützt.
Ich habe sie immer sehr genau beobachtet und sofort gemerkt, wenn wieder mal 'etwas im Busch' war. Und es traten immer mal wieder HWI auf, ich denke, sie war einfach vorgeschädigt und sehr anfällig.
Um alles unter Kontrolle zu haben, habe ich regelmäßig ein Blutbild machen lassen.
Im Sommer 2012 wurden die BZ Werte wieder schlechter und ich musste wieder Insulin spritzen.
Um der Ursache auf den Grund zu gehen, war ich natürlich beim Tierarzt und habe sie durchchecken lassen, das Blutbild hat einige Werte gezeigt, die ausserhalb der Norm waren, aber Nieren, Bauchspeicheldrüse ware i.O.
In der Blase wurden geringfügig Keime gefunden und das wurde natürlich mit Antibiotika behandelt.
Anfang September hat sie dann immer mehr am Fressen rumgemäkelt, ist immer rumgeschlichen, aber hat nichts gefressen.
Augenscheinlich hatte sie auch Schmerzen und hat teilweise am ganzen Körper gezittert.
Ich bekam dann Schmerzmedis, welche ich ihr dann auch gespritzt habe.
Nachdem es ihr trotzdem immer schlechter ging, bin ich mit ihr in eine TK gefahren.
Niki wurde dort komplett auf den Kopf gestellt, Blutuntersuchung, Röntgen, Ultraschall, Herzultraschall.
Eine neurologische Untersuchung ergab, dass sie ziemliche 'Ausfälle' hatte, was auf einen Tumor hinweisen könne.
Für die letze Untersuchung, eine Inspektion der Maulhöhle, musste sie in Narkose gelegt werden.
Vorher bekam sie eine Infusion, ich habe 3 Stunden mit ihr in einem ruhigen separaten Raum verbracht, immer wieder hat sie mich angeschaut mit ihren großen Kulleraugen.
Die Untersuchung hat ergeben, dass sie einen Tumor im Mäulchen hatte.
Mit der TÄ haben wir alles besprochen und dann beschlossen, dass wir sie nicht mehr aufwachen lassen.
Sie ist nun eine Sternchen am Himmel und ich vermisse sie immer noch sehr.

Warum ich das hier alles erzähle?
Ich habe gelernt, dass die Diagnose Diabetes nicht das Todesurteil bedeutet, aber man muss bereit sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen, viel zu lernen und zu kämpfen.

 



Dieser Bericht spiegelt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen wieder.