Diabetes-Katzen

Deine Katze hat Diabetes? Wir helfen.

Zahnerkrankungen und Erkrankungen der Maulhöhle

Erkrankungen an den Zähnen oder im Bereich der Maulhöhle gehören leider zu den häufigsten Erkrankungen unserer Stubentiger.
Eine Erkrankung kann sowohl akut als auch chronisch auftreten.  

Folgende Symptome können Anzeichen einer Zahnerkrankung oder einer Erkrankung im Bereich der Maulhöhle sein:

  • Fressunlust oder einseitiges Fressen
  • Andeutung von Interesse am Futter durch Umherschleichen um den Napf oder vermehrtem Schnuppern am Futter; jedoch wird nicht gefressen oder es erfolgt die Einstellung des Fressens nach kurzer Zeit
  • Schlucken von Trockenfutter ohne vorheriges Kauen
  • Aufschreien oder Fauchen und/ oder Knurren beim Fressen
  • Die Katze streift oft mit der Pfote über ihr Gesicht oder versucht mit der Pfote in die Maulhöhle zu gelangen
  • Starkes Speicheln
  • Mundgeruch

Für Erkrankungen/ Entzündungen in der Maulhöhle gibt es sehr viele mögliche Ursachen.
Sie kann als Folge von Verletzungen, Verbrühungen oder Verätzungen auftreten, kann aber auch ein Begleitsyndrom einer Allgemeinerkrankung wie Katzenschnupfen (verursacht durch Caliciviren), einer Infektion mit dem FeLV (Leukämievirus der Katze) sein oder als Nebenerscheinung einer schweren CNI (Chronische Niereninsuffizienz) auftreten, um nur einige zu nennen.

Solltest du bei deiner Katze eine Verhaltensänderung oder eines der genannten Symptome beoachten, dann stelle sie unbedingt deinem Tierarzt vor, damit die Ursachen geklärt und eine geignete Behandlung eingeleitet werden kann.
 

FORL - Feline odontoklastisch resorptive Läsion

Eine sehr weit verbreitete und oft nicht erkannte Erkrankung ist FORL, die genaue Ursache ist noch ungeklärt.
Jede dritte Katze ist davon betroffen. Neuere Untersuchungen zeigen sogar eine Häufigkeit von nahezu 50% aller Katzen über 5 Jahren.
Diese Erkrankung beeinflusst nicht nur den den allgemeinen Gesundheitszustand deiner Katze, sondern hat direkten Einfluss auf die Blutzuckerwerte.
Wir haben es schon sehr oft erlebt, dass eine diabetische Katze nach der Behandlung in Remission gegangen ist.
Eine unentdeckte FORL ist oftmals der Grund, dass sich der Diabetes nicht einstellen lässt.
Durch bloßes Hineinschauen in das Maul kann kein Tierarzt FORL diagnostizieren.
Eine sichere Diagnose, ob die Katze an FORL erkrankt ist, kann nur durch dentales Röntgen gestellt werden. 

FORL ist eine Erkrankung die gekennzeichnet ist durch eine außerordentlich schmerzhafte Zerstörung der Zahnhartsubstanz durch körpereigene Abbauzellen (sog. Odontoklasten).
Je nach Entstehung und Krankheitsverlauf gibt es zwei verschiedene Arten der FORL.
Bei Typ1 sind entzündliche Prozesse bei der Entstehung beteiligt.
Die Entstehung der FORL Typ2 ist gekennzeichnet durch das Fehlen vorausgegangener Entzündungsprozesse.
 

Der Zahnabbau beginnt meist zuerst im Wurzelbereich und wird aufgrund dessen nicht erkannt. Erst im fortgeschrittenen Stadium kommt es auch zu äußerlich sichtbaren Veränderungen am Zahn.
Die Behandlung der FORL erfolgt durch Ziehen der befallenen Zähne.
Dieser Eingriff kann sehr kompliziert sein und wir empfehlen die Behandlung durch einen Zahntierarzt.
Auch Katzen, denen alle Zähne entfernt werden müssen, haben mit dem Fressen kein Problem, die Miezen können sogar auch ohne Zähne Mäuse fangen.

Zahnbehandlung und Operationen

Ist eine Zahnbehandlung oder Zahnoperation notwendig, sollten folgende Dinge beachtet und mit dem Tierarzt vorab besprochen werden: 

  • Versorgung mit Antibiotika (meistens 3 Tage vorher), nach der Behandlung (7-10 Tage)
  • Narkose mit Isofluran (Inhalationsnarkose), kombiniert mit einleitender Injektionsnarkose.
    Bitte beachten: Xylazin ist bei Diabetikern kontraindiziert.
  • Vor, während und nach der Behandlung leiten Infusionen nierenschonend die Narkose aus. 
  • Überwachung des Blutdruckes während der Narkose
  • Bei Schmerzmittelgabe sollte während der OP und nach dem Aufwachen darauf geachtet werden, dass nierenschonende Medikamente verwendet werden
  • Da für die Operation die Katze nüchtern bleiben muss, sollte kein Insulin oder von der üblichen Dosis nur die Hälfte gespritzt werden.
    Bitte vor der Behandlung mit dem TA absprechen!


Wichtiger Hinweis:

Der Insulinbedarf kann sich durch Zahnsarnierung, Operationen und Antibiotikagabe verringern.
Im Gegenzug können Entzündungen in der Maulhöhle und den Zähnen die BZ-Werte verschlechtern und eine schädigende Wirkung auf die Nieren haben.

 

Gingivitis - Zahnfleischentzündung

Als Hauptursache der Zahnfleischentzündung gelten bakterielle Zahnbeläge, die sich mit der Zeit auf den Zähnen ansammeln.
Bei einigen Katzen ist vermehrter Zahnbelag genetisch bedingt, bei anderen ist es das falsche Futter.
Katzen, die draußen jagen oder die gebarft werden, haben in der Regel gesünderes Zahnfleisch als Katzen, die Dosenfutter fressen.
Die Bakterien können sich auch im ganzen Körper ausbreiten und dort im schlimmsten Fall das Herz, die Leber oder die Nieren schädigen.
Stelle deine Katze regelmäßig dem Tierarzt vor, damit dieser das Zahnfleisch auf Entzündungen prüfen kann.
Ggf. wird der Tierarzt eine professionelle Zahnreinigung durchführen und eine geeignete Behandlung einleiten.  

Vorbeugen ist besser als Heilen.  

 

Verfasser: Petra/Momo, Marlies, Birgit/Kimba

Quelle
de.wikipedia.org/wiki/FORL
www.enpevet.de/lexicon/ShowArticle.aspx?articleid=40871
www.dentvet.de/katzenzahnarzt/
www.vet-dent.com